20. April 2017

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Sie war's: Taren | am: 20.04.2017 | 17:13 | Stempel: denken, fühlen | Keine Gedanken »

Ich war mir inzwischen so sicher. Die Sache war abgeschlossen, die Hoffnung seit Jahren begraben und besiegt. Ich hatte abgeschlossen, hatte Gefühle, Gedanken und Träume schön säuberlich beschriftet weggelegt und archiviert, Wunden genäht und verheilen lassen. Ein altes Regalbrett mit den Relikten zwischen anderen alten Kisten, säuberlich abgeheftet und verschlossen. Früher, ja, da habe ich vielleicht noch manchmal zu den Ordnerrücken hinüber geblickt, ein kurzes „was wäre, wenn..?“ voller Wehmut und Sehnsucht gedacht, doch auch diese Blicke wurden weniger. Der Alltag wehte Staub und Sand über die Deckel, und auch das Leiden hörte mit der Zeit auf. Wenn man mich fragte, was ab und zu vorkam, habe ich gelacht und gesagt, nein, ein Wiedereröffnen des Prozesses ist völlig ausgeschlossen. Alle Beteiligten sind sich da einig. Andere Ordner und Kisten wurden eröffnet und wieder verschlossen, und alles wurde Vergangenheit, Teil der Geschichte. Eine schöne Geschichte, keine Frage, aber eben nur das – Erinnerungen, Erzählungen, ein damals.

Doch dann kam Wind, wehte den Staub davon, blies den Sand aus den Ritzen und zerrte an den Verschlüssen. Und ich stehe vor der Entscheidung, ob ich wieder in die Hand nehme, was erledigt schien, ob ich öffne, was für Jahre verschlossen war. Was mich Monate, nein, ehrlich gesagt Jahre gekostet hat, es wegzupacken.

Ich weiß nicht einmal mehr, ob ich den Schlüssel dazu noch finde.

bist du mein norden?

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